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Prozessbezogene Prozesslandkarte

Methode zur isolierten Darstellung eines Fokus-Prozesses und seiner direkten Abhängigkeiten (Vor-/Nachlagerung, Steuerung, Stützung). Ziel ist die Identifikation tatsächlicher Schnittstellen, vollkommen losgelöst von der bestehenden Aufbauorganisation.

Dieser Artikel beantwortet folgende Fragen:

  • Wie werden Prozessabhängigkeiten ohne detaillierte Modellierung sichtbar?
  • Warum ist die Trennung von der Aufbauorganisation bei der Prozesslandkarte wichtig?
  • Wie sieht die grafische Standardanordnung einer prozessbezogenen Landkarte aus?

Aufbau und Zielsetzung

Die prozessbezogene PLK dient der Übersicht und dem Verständnis von Zusammenhängen, nicht der Detaildarstellung von Tätigkeiten.

  • Zentraler Fokus: Der zu untersuchende Prozess wird als Kern in die Mitte gestellt.
  • Keine Zerlegung: Die Prozesse werden als “Blackbox” behandelt und nicht in Einzeltätigkeiten aufgelöst (Ebene der Prozessidentifikation).
  • Organisation-Agnostisch: Die Erstellung erfolgt konsequent losgelöst von der Aufbauorganisation (Abteilungen/Hierarchien). Nur so lassen sich die tatsächlichen funktionalen Schnittstellen und Zusammenhänge zwischen Geschäftsprozessen objektiv erkennen.

Grafische Darstellung

Die Visualisierung folgt einer festen Logik, um die funktionale Rolle der Prozesse intuitiv erfassbar zu machen:

  • Zentrum: Der Fokus-Prozess wird in der Mitte als Blockpfeil dargestellt.
  • Horizontale Achse (Leistung):
    • Links: Vorgelagerte Prozesse (Input-Lieferanten).
    • Rechts: Nachgelagerte Prozesse (Output-Empfänger).
  • Vertikale Achse (Rahmenbedingungen):
    • Oberhalb: Steuerungsprozesse (Regelung, Strategie).
    • Unterhalb: Stützprozesse (Infrastruktur, Support).

Prozessketten (Vor- und Nachgelagerte Prozesse)

Leistungserstellungsprozesse stehen oft in direkter Abhängigkeit zueinander und bilden Prozessketten.

  • Verknüpfung: Das Ergebnis (Output) eines Prozesses ist häufig der Auslöser (Trigger) des nächsten.
  • Vorlagerung: Alle Prozesse, die zeitlich oder logisch vor dem Auslöser des betrachteten Prozesses liegen (z. B. „Dienstleistung erbringen“ vor „Rechnung stellen“).
  • Nachlagerung: Prozesse, die nach dem Ergebnis einsetzen (z. B. „Mahnverfahren durchführen“ nach „Rechnung stellen“).

Praxis-Hinweis: Die Arbeit an der Landkarte führt oft dazu, dass Auslöser und Ergebnisse des Fokus-Prozesses präzisiert werden müssen.

Steuerungs- und Stützprozesse

Diese Prozesse besitzen einen „Infrastruktur-Charakter“. Sie bearbeiten keinen Einzelfall der Kernleistung, sondern bilden den Rahmen.

  • Steuerung: Prozesse, die den Kernprozess regeln, planen oder führen (z.B. Qualitätsmanagement, Budgetplanung).
  • Stützung: Prozesse, die Ressourcen bereitstellen, damit der Kernprozess laufen kann (z.B. IT-Support, Personalverwaltung).
  • Logik: Die Anordnung (oben/unten) ist rein funktional und stellt keine chronologische Abfolge dar.

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Patrick Roßkothen

Autor

Geschrieben von Patrick Roßkothen, Experte für Prozess- und Wissensmanagement. Mehr zu mir und meiner Arbeit: Über mich